Waren Ihr Vater, Ihre Großmutter oder Ihr Ur-Opa in der NSDAP? Bis vor Kurzem ließ sich das nur über eine Anfrage beim Bundesarchiv klären oder aktuell auf der Seite des US‑Nationalarchivs, das seine Mikrofilmkopien der NSDAP‑Mitgliederkartei online gestellt hat. Nur sind einzelne Personen dort kaum zu finden, und die Seite selbst war unter dem Ansturm, den die Nachricht von der Veröffentlichung ausgelöst hatte, wiederholt nicht erreichbar. Die ZEIT hat deshalb den kompletten Datensatz gesichert, erstmals umfassend aufbereitet und statistisch ausgewertet. Zunächst konnten wir rund 4,5 Millionen Karteikarten aus der Nazi-Zeit direkt durchsuchbar machen. Nach einer Aktualisierung sind weitere 8,2 Millionen Dokumente recherchierbar nach Namen und Geburtsort einzelner Personen. Die Mitgliederkartei teilt sich in zwei Bestände auf:
Durchsuchen Sie die NSDAP-Mitgliederkartei
Blättern Sie hier selbst durch die beiden veröffentlichten Karteien. Die Bestände sind nach Nachname und Geburtsdatum sortiert. Über die Buttons springen Sie direkt an die passende Stelle.
NSDAP-Mitgliederkartei: Recherchieren Sie hier die NSDAP-Vergangenheit Ihrer Familie
Die ZEIT hat die Mitgliederkartei der NSDAP aufbereitet. Mit unserem Tool lassen sich Millionen Dokumente einsehen. Suchen Sie nach Ihrem Familiennamen.
Unsere Suchmaschine führt Sie sowohl in der Zentralkartei als auch in der Gaukartei zu einzelnen Mitgliedskarten. Da viele Mitglieder in beiden Karteien enthalten sind, können Ihnen mehrere Karten für einen Namen angezeigt werden. Um einzelne Personen sicher identifizieren zu können, benötigen Sie auf jeden Fall das genaue Geburtsdatum und den Geburtsort Ihrer Vorfahren.
10,2 Millionen Deutsche traten zwischen 1925 und 1945 in die NSDAP ein. Erfasst wurden sie parallel in beiden Karteien. Allerdings sind diese nicht vollständig überliefert. Kurz vor Kriegsende ließ die Parteiführung sämtliche Karteikarten – geschätzt 50 Tonnen Papier – aus der NSDAP-Zentrale, dem Braunen Haus in München, in eine Papiermühle im Stadtteil Freimann bringen. Doch der dortige Müller Hanns Huber stoppte die Vernichtung, als er erkannte, was ihm in die Hände gefallen war. Im Herbst 1945 bargen die Amerikaner die wertvollen Unterlagen und brachten sie Anfang 1946 in das von ihnen aufgebaute Berlin Document Center. Der Parteiforscher Jürgen Falter, der die Mitgliederkartei für sein Standardwerk Hitlers Parteigenossen eingehend untersucht hat, schätzt, dass die Zentralkartei zu 44 Prozent und die Gaukartei zu 77 Prozent erhalten geblieben sind. Erstere enthält nach Auszählung der ZEIT noch rund 4,5 Millionen Namen, Letztere 8,2 Millionen. Zusammengenommen sind in beiden Beständen laut Falter 90 Prozent aller ehemaligen NSDAP-Mitglieder auffindbar.