Grönland-Pläne der USA: EU plant Gegenzölle im Wert von 93 Milliarden Euro

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Hintergrund ist die Drohung von US-Präsident Donald Trump, zusätzliche Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland zu verhängen, falls die USA Grönland nicht kaufen können.

EU-Sondergipfel geplant

Wie ein EU-Diplomat dem SPIEGEL sagt, seien sich die Mitgliedstaaten bei einem Treffen der ständigen Vertreter in Brüssel einig gewesen, dass eine Einführung solcher Zölle durch die USA zu weit gehen würde und die EU reagieren müsse. Am Sonntagabend hatten sich die EU-Botschafter noch nicht auf die Verhängung neuer Gegenzölle gegen die USA geeinigt. Das Treffen der Botschafter sei jedoch »gut verlaufen«.

Der EU-Ratspräsident António Costa will in den kommenden Tagen einen Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs einberufen. Dabei solle die Reaktion der EU auf Trumps Zollandrohung erörtert werden, schreibt Costa in einem Eintrag auf der Plattform X. Seine Konsultationen mit den EU-Mitgliedern hätten gezeigt, dass diese sich stark für Dänemark und Grönland einsetzten und bereit seien, sich gegen jede Form von Zwang zu wehren. Dabei seien sie weiterhin bereit, konstruktiv mit den USA zusammenzuarbeiten. Ein EU-Insider sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der Gipfel werde wahrscheinlich am Donnerstag stattfinden. Es sei ein persönliches Treffen geplant.

Handelsabkommen auf unbestimmte Zeit verschoben

Wenn es keine Einigung mit den USA in der neuesten Runde des Zollstreits wegen Grönland geben sollte, würden die bereits im Juli designierten Gegenstrafzölle im Volumen von 93 Milliarden Euro etwa für US-Bourbon, ‌Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel automatisch am 6. Februar in Kraft treten, ⁠sagte ‍ein EU-Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters.

Die EU hatte die Verhängung dieser Zölle ausgesetzt, nachdem sie sich mit den USA auf ​ein Handelsabkommen geeinigt hatte. Dieses sah eigentlich ‌Zollfreiheit für ⁠US-Waren und einen 15-Prozent-Zoll auf EU-Waren in den USA vor. Das Europäische Parlament hat nach Angaben von EVP-Chef Manfred Weber aber jetzt die nötige und ⁠für Mittwoch vorgesehene Verabschiedung dieses Abkommens auf unbestimmte Zeit verschoben.