Autonomes Fahren: Volkswagen verärgert Softwareexperten von Argo AI

Erst vor zwei Jahren hatte Volkswagen 2,6 Milliarden Euro in das US-Start-up investiert. Jetzt steht Argo AI vor dem Aus.
Foto: Volkswagen AG
New York, Pittsburgh. Volkswagen riskiert bei seinem Rückzug aus dem Joint Venture Argo AI den Verlust von Softwareexperten. Mitarbeitende des Unternehmens, das der Dax-Konzern gemeinschaftlich mit Ford betrieben hat, berichten von zunehmender Frustration durch den Umgang von VW mit ihnen. Auch internen Zahlen zufolge, die das Handelsblatt einsehen konnte, ist Ford deutlich erfolgreicher darin, gefragte Talente an sich zu binden.
Ende Oktober hatten die Automobilkonzerne das Aus von Argo AI besiegelt. Das Unternehmen entwickelte Soft- und Hardware für vollautonome Fahrzeuge (im Branchenjargon Level 4 genannt). Doch zuletzt waren Zweifel gewachsen, ob Argo rasche Erfolge erzielen und in die schwarzen Zahlen kommen kann. Als ein geplanter Einstieg von Amazon im Frühjahr scheiterte, konnten sich Ford und VW nicht über die Weiterfinanzierung einigen.
Argo war in der Spitze mehr als sieben Milliarden Dollar wert und hatte über 2000 Mitarbeiter. Die Mehrheit arbeitete in Pittsburgh und Austin, in München beschäftigte Argo mehr als 280 Mitarbeiter. Darunter sind viele Software-Ingenieure, Programmierer und Experten für Künstliche Intelligenz (KI) – Talente, die in der Automobilbranche händeringend gesucht werden.





