Putin verlegt seine Armee nach Westen - entlang der Transsibirischen Eisenbahn | Politik

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Entlang der Transsibirischen Eisenbahn: Putin verlegt seine Armee 7000 Kilometer nach Westen

BILD-Karte zeigt Beweise für die massive Truppenverlegung

Putin lässt Panzer rollen: Angst vor Krieg so hoch wie nie

Quelle: Reuters

Russlands Militärmacht ist in Bewegung ...

Im April und erneut seit Oktober 2021 hat der Kreml mehr als 100 000 Soldaten aus dem südlichen, westlichen, nördlichen und zentralen Militärbezirk in Richtung Ukraine bewegt. Sie harren nun in riesigen Lagern entlang der russische-ukrainischen Grenze und auf der besetzten Krim aus und warten auf Befehle.

Und seit dieser Woche blicken selbst Militärexperten erstaunt nach Russland. In einem logistischen Kraftakt bewegt Putin seine Armee aus dem östlichen Militärbezirk nach Westen, um sie an der Westgrenze in Stellung zu bringen.

in Zug befördert im Gebiet Baschkortostan Kriegsgerät durch die Stadt Janaul in Richtung Westen

Ein Zug befördert im Gebiet Baschkortostan Kriegsgerät durch die Stadt Janaul in Richtung Westen

Foto: Twitter

7000 Kilometer legen die Züge zurück – immer entlang der legendären transsibirischen Eisenbahnstrecke – in Richtung Ukraine und Nato-Staaten.

„Die Transsibirische Eisenbahnstrecke ist ein wichtiger Kanal für militärische Bewegungen in ganz Russland. Ein Militärzug braucht sechs bis sieben Tage, um vom pazifischen Fernen Osten nach Westrussland zu gelangen. Aus Sibirien brauchen die Züge sogar nur zwei bis drei Tage“, erklärt der irische Verteidigungsexperte Andy Scollick gegenüber BILD.

Die BILD-Karte (unten) zeigt, wo in den letzten 72 Stunden Militärzüge entlang der Transsibirischen Eisenbahnstrecke gefilmt wurden.

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Das Ausmaß dieser Truppenverlegung verblüfft selbst erfahrene Fachleute. Der finnische Militärexperte Petri Mäkelä stellt fest: „Allein am 11. Januar sind zwölf Militärgüterzüge westwärts durch Krasnojarsk gefahren. Wenn das stimmt, ist es eine massive Bewegung.“

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Experte: Falsche Ausrüstung für „nur mit den Säbeln rasseln“

Verteidigungsfachmann Scollick warnt in BILD, die massive Verlegung habe „natürlich nichts mit Kasachstan zu tun und auch nichts mit den geplanten Großübungen der russischen Armee. Daher wird davon ausgegangen, dass sie auf dem Weg nach Westen sind, um den operativen Aufbau nahe der Ostgrenze der Ukraine zu ergänzen und zu unterstützen“.

Auf den Zügen: Alles, was man für einen Krieg benötigt. Russlands modernste Kampfpanzer, Raketenwerfer, Lkw, Krankenwagen, atomwaffenfähige ballistische Raketensysteme und unzählige Logistikfahrzeuge.

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Über letztere ist Sicherheitsexperte Andy Scollick besonders besorgt.

Wollte Russland „nur mit den Säbeln rasseln, würde eine Show mit Panzern und Artillerie weitgehend ausreichen“. „Aber die groß angelegte Logistikbewegung weist auf die Ausrüstung hin, die zur Aufrechterhaltung einer Kampfoperation erforderlich ist. Und es ist nicht nur Ausrüstung. Die meisten dieser Züge enthalten Personenwagen für Truppen und Güterwagen für ihre Ausrüstung.“

Klartext: Putin scheint diesmal ernst zu machen. Entgegen aller Beteuerungen, von seinem Regime gehe „keine Eskalation aus“, scheint Russlands Präsident einen Feldzug vorzubereiten, wie ihn Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen hat.

Dazu passt: Gestern erklärte Russlands Vize-Außenminister Sergei Rjabkow die Gespräche mit den USA und der Nato für beendet. Der Westen, so Rjabkow, habe „nein“ zu Russlands Angeboten gesagt.

Damit meinte er die Forderung Putins, die Nato solle ihre Truppen aus allen Ländern zurückziehen, die vor 1997 nicht dem Militärbündnis angehörten (zum Beispiel Polen und die baltischen Staaten) und garantieren, dass die Ukraine und Georgien „niemals“ Teil der Allianz würden.

Russlands Vizeaußenminister drohte, das Militär habe Putin „Optionen im Falle einer Verschlechterung der Lage in der Ukraine“ unterbreitet. Noch hoffe man aber auch „eine diplomatische Lösung“ ...

Am Freitagmorgen erklärte das russische Verteidigungsministerium, „eine Anzahl von Einheiten des östlichen Militärbezirks werden zu neuen Trainingsgeländen in einer größeren Entfernung von den Gegenden ihrer permanenten Basen entsandt“.

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