Publiziert
Guy ParmelinBundesratsfoto 2026 soll «authentische» Landesregierung zeigen
Der Bundesrat hat sein neues Regierungsporträt präsentiert. Guy Parmelin, der ab morgen den Rat präsidiert, hat es von vier Lernenden aus Vevey schiessen lassen. Die friedliche Einigkeit soll «authentisch» sein.
- Das Bundesratsfoto 2026 ist da.
- Es wurde von vier Lernenden aus Vevey aufgenommen.
- Das Bild soll eine friedliche und authentische Regierung zeigen.
- Es kontrastiert mit dem Foto von 2023, das Zwist andeutete.
Die sieben Mitglieder der Landesregierung – plus der Bundeskanzler – nett lächelnd im Salon de la Présidence, gleich neben dem Sitzungszimmer des Bundesrats. So zeigt sich die Regierung auf ihrem offiziellen Foto 2026.

Doch vier weitere Menschen sind noch im Bild: nämlich die Fotografinnen und Fotografen des Porträts. Ganz im Zeichen des Bildungsauftrags des Bildungsministers und Bundespräsidenten 2026, Guy Parmelin, haben das Porträt nämlich vier Studierende des Fotografie-Lehrgangs der Berufsfachschule in Vevey realisiert.
Bundesrat will «Authentizität» ausdrücken
Das Bild sei «ein authentisches Portrait des Bundesrats als Kollegium», schreibt die Bundeskanzlei in ihrer Mitteilung zum Foto. Die Regierung soll offensichtlich Harmonie und Einigkeit versprühen – Geschichten wie Kämpfe um die EU-Verträge, Zolldeals und Zolldesaster und viele andere Reibereien des Tagesgeschäfts finden im Bild keinen Widerhall – Ja, der für das EU-Dossier verantwortliche Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) sitzt sogar an der Armlehne von SVP-Magistrat Guy Parmelin. Und auch die Bundespräsidentin 2025, Karin Keller-Sutter, steht nahe an Parmelin – keine Spur von Groll über ihrer Zollniederlage im Sommer.

Das vorletzte Bundesratsfoto, bei dem alle Regierungsmitglieder gemeinsam und gleichzeitig fotografiert wurden, entstand für das Jahr 2023 unter der Leitung von Alain Berset (SP). Er versammelte seine Kolleginnen und Kollegen im Bernerhof und zeigte auf dem Foto eine leidenschaftlich diskutierende Regierung. Wobei einige Kommentatorinnen und Kommentatoren aber weniger Leidenschaft sahen, als handfesten Streit. Ein starker Kontrast zum Foto 2026, das wohl Einigkeit und Frieden untereinander ausstrahlen soll.
Was denkst du über das neue Bundesratsfoto 2026 und seine Botschaft der «authentischen» Einigkeit?
2021 musste bei Parmelin noch Photoshop für Nähe sorgen
Guy Parmelin ist zum zweiten Mal Bundespräsident. Der Waadtländer präsidierte das Gremium bereits 2021, also mitten in der Corona-Zeit. Bei seinem damaligen Porträt musste die Regierung noch virtuell zusammenrücken. Wegen der geltenden Abstandsregeln wurden die Ratsmitglieder einzeln fotografiert und dann per Photoshop zusammengerückt.

Beim neuen Foto ist das nicht der Fall: «Die sieben Bundesratsmitglieder und der Bundeskanzler wurden nicht einzeln, sondern bei einem gemeinsamen Shooting fotografiert», betont die Bundeskanzlei in der Mitteilung. Doch ganz ohne Photoshop ging es dann doch nicht: Die vier Lernenden, die sich im Hintergrund der Regierungsmitglieder im Bild verewigen durften, haben sich separat fotografiert und dann das Bild zusammengesetzt.
Printende bald auch beim Bundesratsfoto?
Einem Trend kann sich aber offensichtlich auch die Landesregierung nicht entziehen: Medien werden immer öfter digital konsumiert. So ist das erste Porträt unter Parmelins Leitung noch 50'000 Mal gedruckt worden, das letztjährige von Karin Keller-Sutter noch 45'000 Mal und das Foto 2026 nur noch 35'000 Mal.

Wird es das Foto also bald nur noch digital geben? Nein, sagt die Bundeskanzlei auf Anfrage von 20 Minuten. Sondern: «Die Auflage des Bundesratsfotos entspricht jeweils der Nachfrage im Vorjahr». Die Bilder würden von Sammlerinnen und Sammlern bestellt und von den Departementen und Bundesämtern verteilt. «Es ist nicht geplant, den Druck einzustellen.»
